Diskussion mit Herrn Fix am 26.11.2009
Teilnehmer: Franzi, Judith, Tobias Muz, Joschi Göppel, Herr Fix
Markus Müller (unparteiischer Moderator)
1. Herr Fix wird über die Entwicklung und Entstehung der Proteste in RT informiert
(Joschi)
Was ist passiert?
- Do, 19.11.: Gesprächsbedarf festgestellt, Besprechung: In welcher Form am Bildungsstreik beteiligen?
- Mo, 23.11., 11 Uhr: Besetzung und Bildung von Arbeitskreisen; jeder kann einbringen, was ihm wichtig ist, viel gearbeitet
- Sehr große Resonanz
- Nicht nur Besetzung, sondern inhaltliche Arbeit, andere Seminare sollen nicht gestört werden, deshalb Ausweichmöglichkeiten für Seminar im Hörsaal
- Heute (26.11.): Höhepunkt mit über 300 (Interner Kreis spricht von ca. 500) Teilnehmern an der Demo, v. a. RT-Studierende; Stimmung und was der Protest hier bedeutet wurde nach außen gezeigt (Begräbnis der Bildung- Marsch in die Innenstadt)
Film (Video von Philipp): Bildungsstreik Reutlingen „Wir tragen die Bildung zu Grabe“
Fix:
- (Lubu hat sich RT angeschlossen, viele neue Diskussionen)
- Lob – Organisation, Arbeitskreise, bemerkenswert, erstaunlich, beeindruckt von Ernsthaftigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Selbstständigkeit bezüglich der Inhalte, die transportiert werden / von der Diskussion / Forderungen der Studierenden. Politisches Gewicht sieht er darin
- Hat Verständnis
- Sein Anliegen: in der Diskussion auf Inhalte schauen. Nicht hinter dem Begriff „Bildung“ verstecken, sondern Interessen nach Innen und Forderungen nach außen klar zu verdeutlichen und dann in die Details gehen in der anschließenden Diskussion; welche Probleme liegen in unseren Forderungen?
2. Forderungskataloge (Ergebnisse aus den Arbeitskreisen)
2.1 AK Schulwesen
Hauptziel: Chancengleichheit durch gemeinsame Schule und sofortige Umsetzung der Inklusion (9 Unterpunkte vom Blatt)
Forderung: JETZT beginnen, denn sonst passiert es nie.
Stellungnahme Fix:
Studenten fordern zur rechten Zeit. Argumente wichtig, um aktuellen Prozess zu unterstützen. Stimmt prinzipiell allem zu.
Mi (25.11.2009) 1. Sitzung zur Neustrukturierung des Sonderschullehramts. Kultusministerium will mehr Vernetzung mit anderen Lehrämtern und längere Studienzeit (1 Semester länger), in reguläre Lehrämter soll Sopäd mit aufgenommen werden.
2.2 Hochschulwesen Forderungen
Forderungen werden vorgestellt (siehe Blatt)
Stellungnahme Fix:
- Bologna: Rektoren forderten Bachelor und Master für Lehrer mit einem Masterangebot für alle Studierenden. Das wollte niemand mitmachen. Die Idee, dass nur ein Teil der Lehramtsstudierenden den master macht geht an der Idee des Lehramts vorbei. Deshalb kein Anschluss. 8 oder 10 Semester für alle mit Masteranschluss. Die zweitbeste Alternative ist also die Beibehaltung des Staatsexamens. Bologna ist also kein drängendes Thema.
- Lehrerausbildung: Natürlich Mitarbeit bei Neugestaltung des Lehramts; Wie können wir es gestalten: Es wir Kommissionen für alle Fachrichtungen geben, die vom Ministerium eingesetzt werden. Vertreter aus der PH und der 2. Phase => hier Möglichkeit, Studenten noch mit einzubringen, bis jetzt nicht geplant
- Verfasste Studierendenschaft kann nur Land ansetzten, nicht Hochschule; für dafür muss eine gesetzliche Grundlage geschaffen werden => direkt in Stuttgart anklopfen!!!
- Mandate sind nicht immer vollständig besetzt => Stimmrecht ist vorhanden, z.B. im Berufungsverfahren (ein Student) (aber es ist eine freiwillige Sache); Das kann gestärkt werden.
- Mitbestimmungsmöglichkeiten sind nicht immer voll ausgenutzt (Problem: Bereitschaft der Studierenden; Gremien müssen auch voll werden
Vorschlag Tatjana: Herr Fix soll den Antrag auf eine Gesetzesänderung zur verfassten Studierendenschaft stellen Herr Fix bringt es vor das Ministerium; Problem: Nicht alle PH-Rektoren stimmen zu; der Antrag der Studenten wird erst auf Ebene der Rektoren, dann vor dem LRK (LAK?) besprochen!!!
Felix: geringe Bereitschaft der Studierenden kommt auch von dem tatsächlichen Stimmrecht, das wir haben (gering/kaum Einfluss), das im Gegensatz zum immensen Arbeitsaufwand steht Fix: in den Gremien, die er erlebt hat, werden Studierende sehr ernst genommen; Mitarbeit erfordert allerdings auch Kenntnisse über Strukturen und Abläufe; Sind Fälle bekannt, in denen Studierende das Gefühl haben, nicht ernst genommen zu werden, bei ihm melden!!!
- Studiengebühren: gruppenspezifisches Interesse; gut dass wir den Kiga in der Forderung um Gebührenfreiheit drin haben; evtl. sogar wichtiger! Ist als Rektor froh, dass überhaupt Geld reingekommen ist; Problem: Wer finanziert Bildung? Die Steuerzahler oder die Nutzer? Stduis fordern, Staat soll zahlen, das ist der Steuerzahler!
- Einig: Geschwisterregelung ist sozial ungerecht. Ungerechte Verteilung der Gelder aus den Staatskassen: Subventionen in der Wirtschaft und weniger Geld für Bildung darf nicht sein!
- Durch Studiengebühren konnte einiges getan werden, was vorher nicht möglich war
Wofür wird das Geld genau verwendet? Qualität ist nicht spürbar (immer noch volle Seminare etc.) Einwurf Studenten
o Globale Minderausgabe ist nach Einführung der Studiengebühren angestiegen (Geld wurde hinten rum wieder weggenommen, das ist statistisch nachweisbar!); es gab hier heftigen Protest seitens der Rektoren
o Studenten können erfahren: 4 Studenten sitzen im Gremium zur Vergabe der Studiengebühren; Mindeststandard: Offenlegung im Internet (Forderung: Genauer!) Fix hat kein Problem damit, ist allerdings eine große Informationsmenge Jahresabschluss (Rechenschaftsbericht). Überlegung: Rechenschaftsbericht in der Aula öffentlich 1x im Jahr, dazu können alle Studierenden kommen
Forderung nach öffentlichen Sitzungen zur Verteilung der Gebühren
o Fix: organisatorisch schwierig (wird von ihm aber im Senat und Ausschuss abgeklärt)
- „Student als Kunde der PH“ stimmt für ihn nicht!!! Studienplatz kostet 8000 Euro, wir zahlen nur 500
- Ist für mehr soziale Gerechtigkeit; ist aber nicht prinzipiell gegen Studiengebühren. Dieser politische Prozess wird auch in den Wahlen entschieden. Bildung als Allgemeingut muss finanziert werden, aber eben sozial gerecht verteilt werden.
- Schlägt Hamburger Modell vor (nachlaufende Studiengebühren), findet er gut
- Rektoren forderten bei Befreiung, mehr soziale Dimensionen zu berücksichtigen, nicht nur Geschwister
- Vermutete Motivation für Geschwisterregelung: familienpolitisch; belohnung für mehrere Kinder, Wahlgeschenk; alle Hochschulrektoren sind dagegen!!!
Frage: Können wir unsere Schüler überhaupt noch verstehen, wenn Lehrer zukünftig nur noch aus höheren Schichten kommen, die Schüler aber aus den unteren? keine Antwort?
3. Diskussionspunkte/ Forderungen aus dem Plenum
Allgemeiner Fragenkatalog (s. Blatt)
- Übergang von LB nach RT muss sofort verbessert werden
Betrifft Bildungssteuerung. Stimmt zu: es kann nicht sein, dass im Semester noch Prüfungen abgelegt werden muss; große Fächer (wie EW) sollen in vorlesungsfreier Zeit sein; sollte nicht sein, dass es noch während Vorlesungsbeginn ist; das ist ein Problem des Landeslehrerprüfungsamtes!!! Fix wird in der nächsten Sitzung mit dem LLPA die Idee aufgreifen, dass Sopäd im Prüfungsteil nach vorne gezogen wird!
(Terminüberlagerung durch Nacheinanderschaltung des Prüfungsvorgangs)
Problem: terminliche Verdichtung kann zu Einschränkungen führen, z. B. bzgl. der Dozentenwahl für die Prüfung
Keine Prüfungen an den Infotagen in RT
Ja, durch bessere Abstimmung möglich. Oder Info zum Teil schon in LB im Semester vor Segmentprüfung (Vorschlag Kastl); Vorschlag Fix: Infotage in Reutlingen vor Semesterstart!!!
Beides aufgenommen
- Standortfrage: Ticket/ Umzug/ Fernleihegebühr
VVS-Anschlussticket ist bereits beschlossen, aber nicht billig!!
Durch Wechsel, den die Studenten machen müssen(!) dürfen nicht zusätzliche Kosten entstehen!
Fix: Es fehlt an Geld (7 Mio) für mehr Raum in Lubu, deshalb vorerst keine Zusammenlegung. Er ist der Meinung, dass für Studenten mehr Vorteile bei einer Zusammenlegung entstehen! Er hat die Befürchtung, dass durch rückläufige Studentenzahlen die Politik irgendwann sagt, ein Neubau für die Zusammenlegung sei nicht mehr nötig dann schlechtere Bedingungen für uns Sopäds
Es wird eine engere Verzahnung der Lehrämter stattfinden. Sopäd zukünftig schon in LB wird im Kultusministerium diskutiert; Inklusion ist Thema!! Vielleicht sogar gestärkt durch Ausgliederung der Sopäd von HD nach RT
Problem: Medizin muss beibehalten werden!!!
- Besserer Zugang zu Seminaren und Praktika. Garantie für Plätze
Man kann Mitwirken bei Vergabe der Studiengebühren. Teilnehmerbeschränkung nur, wenn Fakultät erlässt
Physische Begrenzung kann vorkommen (da kann man nichts machen); Feuerschutz, neue, strengere Bestimmungen können nicht eingehalten werden!
Beschränkung deutlich kenntlich machen: VVZ wird im Fakultätsrat beschlossen, (mitreden!) und von der Studentenvertretung abgesegnet. Diese kann auch Veto einlegen. Wenn Teilnehmerbegrenzung nicht drinsteht und man trotzdem aus dem Seminar fliegt, kann man sich beim Dekan beschweren!!
- Praktika:
Beschlüsse zu Ausbildungslehrgängen für Ausbildungslehrer bestehen seit 1962; damals wurden um die 100 Euro investiert
Lichtstreifen: Praxissemesteranfrage
Kultusministerium plant zukünftig einen Ausbildungsbeauftragten an jeder Schule, der dann 1 Deputatsstunde weniger kriegt; dieser soll 1. und 2. Phase der Lehrerausbildung organisieren
Ausbildungslehrer sollten in Kontaktstudien weiter finanziert werden
Rückkopplungen erfolgen durch Dozenten in der Arbeitsgruppe. In jeder Facharbeitsgruppe sitzen Vertreter aus RT und HD. Wenn wir diese Vertreter wollen, an wen wenden? Voraussichtlich Fr. Merz-Attalik. Kommissionsarbeit beginnt im Januar.
Werden Ausbildungslehrer evaluiert? Nein. Denn nur wenig erklären sich dazu bereit (wenig Geld, Aufwand). 1 Deputatstunde weniger dafür wäre eine Lösung. (=> Punkt 5)
- Mehr Lehrpersonal
Stellenplan ist auch ungefähr von 1962; d.h. mehr Stellen werden nicht vom Ministerium freigegeben. Dazugekommen ist seitdem nur das Studiengebührengeld, davon gibt es inzwischen 30/40 Lehrpersonen zusätzlich; jetzt gibt es durch Geschwisterregelung wieder weniger Geld; er hat keine anderen Möglichkeiten
Der Hauptteil der Finanzen fließt in Personal. Aber es muss auch anderes diskutiert werden.
Er ist eher Anhänger von festen Stellen statt nur Lehraufträgen.
Anfrage für Lehrauftrag für Gebärdensprache bei Kastl stellen!!!
- Sonderpädagogik-Inhalte im ersten Studienabschnitt/ Fachwissenschaft im zweiten Studienabschnitt
Diagnosemodul kam dazu mit 6 SWS im ersten Studienabschnitt. „Muss man inhaltlich weiter verfolgen. Können wir heute nicht lösen.
Viel Schul- und Bildungsinhalte in Lubu betreffen uns auch.
Wir sollen in der Kommission darauf achten, dass in das u. U. zusätzliche 9. Semester auch Fachlichkeit reinkommt!!!
- Keine 2. Wissenschaftliche Hausarbeit für Aufbaustudenten
Fall für Landesprüfungsamt. Hr. Trost müsste drauf angesprochen werden.
LLPA sit allerdings sehr rigide, schaut sehr streng auf die Schularten, Herr Trost hat da wahrscheinlich keine optimale Handlungsfreiheit
- Keine Tages- und Blockpraktika für ausgebildete Fachlehrer
Anrechnung von Leistungen von Fachlehrern wird landesweit diskutiert. Fachlehrerausbildung ist eben eine Fachausbildung, kein Studium. Ist formales Problem. Aber es gibt die Möglichkeit unterhalb dieser formalen Ebene individuell zu erlassen. Als Einzelfallabwägung.
Das Erlassen von Scheinen geht insbesondere gerade bei Praktika!!!
Herr Bleher als Vorsitzenden vom Schulpraxisamt ansprechen!!! Bereitschaft, Praktika anzuerkennen, ist da!!
- Hochschulrat
Hat Aufsichtsratfunktion (wie in der Wirtschaft) und kontrolliert Rektorat, gibt Richtlinien vor, Beschlüsse müssen durch diesen Rat. Entscheidende Position bei Wahl des Rektors und Kanzlers. Das ist eine gesetzliche Regelung und kein neues Problem. Hat Mitsprache bei Struktur-, Personal- und Finanzplanung und kann dagegen vorgehen. Sonst hat er im operativen Geschäft nichts verloren, das macht der Senat.
wenn wir Genaueres wissen wollen: Bei google LHG eingeben!
Studentische Forderung: Nicht zu viel Externe!
Besteht aus einer studentischen Vertretung (das ist eigentlich nicht vorgegeben), Leuten aus der Wirtschaft, Religion und Medien. Der Hochschulrat wird vom Minister ernannt. Leute aus dem öffentlichen Leben, die sich für Bildung interessieren und versuchen die Hochschulen zu bereichern.
Studentische Forderung: Gesetzlich soll eine studentische Vertretung im Rat verankert sein.
- Veränderter Leistungsbegriff – Konstruktives Feedback wird vermisst (übernommen aus Forderung an Schulen)
Die Form der Leistungsüberprüfung ist total frei. Ist den Dozenten offen gelassen und in der Prüfungsordnung verankert (viele Wahlmöglichkeiten). „Prüfungen sind ein Bestandteil der Lehre (…), wie Praktika, Seminare, etc.“
„Ich meine, dass nicht immer alle Kreativität zur Geltung kommt, die möglich wäre!“
Studentischer Einwand: Ressourcen für den größeren Zeitaufwand müssen da sein!!! Dozenten geben schon alles!!!
„Es hängt nicht immer mit dem fehlenden Geld und fehlender Zeit zusammen.“
Veränderung der Prüfungen wird aktuell in Studienkommission diskutiert, z.B. in den Grundfragen. Roter Briefkasten von Kastl für Anregungen und Wünsche.
- Diplom:
Keine Anrechnung von Scheinen (zählen nicht zum Abschluss) trotz dem damit verbundenen großen Schreibaufwand!!! Es zählt nur die Abschlussprüfung und die Diplomarbeit!!! Keine Vorbereitung auf die mündliche Prüfung im Diplom!! Ganzer Druck liegt auf den Prüfungen! Prüfungserfahrung wäre sinnvoll, um den Druck in der Abschlussprüfung dann wegzunehmen. Die „Abschichtung“ durch Teilprüfungen ist gut und sinnvoll.
abgeschichtete Prüfungen sind im Bologna-Prozess vorhanden!!
für Diplom lässt sich leider nichts mehr ändern
Abschlusswort Fix:
„Das war eine sehr konstruktive Diskussion. Ich finde die Ernsthaftigkeit höchst beeindruckend. Deshalb glaube ich auch, dass Sie etwas erreichen. Warten Sie mal ab –in den nächsten 2/3 Wochen gibt es Entscheidungen im Landtag und Sie beeinflussen diese Entscheidung. Ich bin da ihrer Meinung und unterstütze Sie dabei“
Teilt die Forderungen, sie müssen aber für Bachelor und Master kompatibel sein
Die Besetzung wird über das Wochenende weiter gehen und folgende Woche werden noch weitere Arbeitskreise stattfinden.