- Centrum für Hochschulentwicklung CHE (Gründung 1994)
o Getragen durch Bertelsmann-Stiftung + Hochschulrektorenkonferenz
o Hauptzielsetzung: Umstrukturierung der deutschen Hochschulen zu Dienstleistungsunternehmen, die:
Im Wettbewerb ihre Leistungsfähigkeit entwickeln
Wirtschaftlich den Einsatz ihrer Ressourcen gestalten (Wirtschaftlichkeit)
Teilhaben an der internationalen Wissenschaftsentwicklung
Virtuell die Chancen neuer Medien nutzen
Profiliert ihre eigene Identität finden (Profilbildung)
Autonom ihre Ressourcen, Personal und Organisation entwickeln um
Ihre Aufgaben in Forschung, Lehre und Weiterentwicklung zu erfüllen
o Einführung von Studiengebühren: der Studierende als zahlender Kunde, (Aus)-Bildung als Produkt/Ware Unternehmungskultur
o Regelmäßige Evaluation und Erstellung eines bundesweiten Hochschul-Rankings (zunächst im Stern, seit 2006 in der ZEIT veröffentlicht) (Kriterien: Verkehrsanbindung, Ausstattung Möbel, … sehr verschiedene Sachen…)
o Beratung von Ministerien und Hochschulen
- Prof. Dr. Detlef Müller-Böling
o Programm (2000): „Die entfesselte Hochschule“
o 1981 Professor für empirische Wirtschafts- und Sozialforschung in Dortmund
o 1990-1994 Rektor
o 1994-2008 Leiter der CHE
o Seit 2008 Hauptgesellschafter der CHE Consulting GMBH
- Prof. Dr. Peter Frankenberg
o 1986 Professor für Physische Geographie an der Uni Mannheim
o 1994-2001 Rektor der Uni Mannheim
o Seit 2005 Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst in BW
o Gesetz zur Einführung von Studiengebühren: Dez. 2005
o Seit 2009 im Beirat der CHE
- Bertelsmann AG (Verlags- und Medienkonzern mit Sitz in Gütersloh (NRW))
o Größtes Medienunternehmen Europas und siebt größtes Medienunternehmen der Welt
o Ca. 106.00 Mitarbeiter in 63 Ländern
o Ca. 1200 Firmen und Firmenbeteiligungen
o 16,1 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2008
o Nicht börsenorientiert: 76,9% der Aktien gehören der Bertelsmann Stiftung und 23,1% der Familie Mohn (Die Stiftung ist das Unternehmen)
o Das Stimmrecht liegt zu 100% bei der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft und wird ausgeübt von drei Mitgliedern der Familie Mohn und drei gewählten Mitgliedern
o Was macht die Bertelsmann AG?
Arvato (Dienstleistungsgesellschaft mit Medien- und Kommunikationstechniken; größter Bereich der Bertelsmann AG)
DirectGroup (Buch- und Onlineclubs; kleinster Bereich)
G+J (Europas größtes Verlagshaus; z.B. Stern)
RTL‘‘Group (Radio & Fernsehen; ebenfalls großer Bereich)
Random House (größte Publikumsverlagsgruppe)
o „Krake Bertelsmann“
Riesengroße AG mit vielen Teilsparten gefährlich
o Sehr flexibel in ihrer Grundhaltung; sie können mit jedem (jeder Partei, Gewerkschaften, …)
o Stiftung und AG lassen sich nicht voneinander trennen!
o Reinhard Mohn:
„Mit der Bertelsmann Stiftung ist mir in 25 Jahren der Nachweis gelungen, dass die Grundsätze unternehmerischer, leistungsorientierter und menschengerechter Gestaltung der Ordnungssysteme in allen Lebensbereichen zur Anwendung gebracht werden können.“
„Die Übertragung des in der Wirtschaft entwickelten Modells der „Unternehmungskultur“ in andere Lebensbereiche ist möglich.“
o „Du bist Deutschland“-Kampagne kommt ebenfalls von der Bertelsmann AG
- Bertelsmann Stiftung
o Alle großen gesellschaftlichen Lebensbereiche werden abgedeckt
o Arbeitsfelder:
Arbeits- und Sozialpolitik (Agenda 2010 und Hartz IV)
Teilprivatisierung der kommunalen Verwaltung („Neues Steuerungsmodell“)
Bertelsmann Wissenschaftsstiftung (internationale Verständigung)
Centrum für angewandte Politikforschung
CHE
Bildungspolitik
o Landesinstitut für Schulentwicklung
Am 1. Januar 2005 gegründet
Prof. Dr. Matthias Rath (PH Ludwigsburg) im Vorstand
• Biographische Daten finden sich auf seiner Homepage
• Interessenkonflikt (Konzerninteressen vs. Öffentliche Ämter, die er inne hat)
- Qulitätsmanagement
o Landeshochschulgesetz (1. Januar 2005)
§ 5 Evaluation
$ 16 Vorstand
o Grundmodell Qualitätsmanagement-System in Hochschulen (CHE)
Qualitätsstrategie –> Input –> Qualität Forschung / Lehre –> Ergebnisqualität –> Wirkungen
o –> PH Leitbildprozess hat genau dieses Grundmodell verinnerlicht!
Was bleibt hängen?
o Mit fast religiösem Eifer verbreitet die Bertelsmann Stiftung die frohe Botschaft des Wettbewerbs- und Kennziffer-Glaubens – und profitiert davon zugleich
o Öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Unis, Krankenhäuser oder Kommunalverwaltungen sollen nach dem Modell des Unternehmens neu organisiert werden.
o Einflussname des Bertelsmann-Konzerns auf unterschiedlichen Ebenen erscheint schwer durchschaubar, ist ihrer Tendenz nach undemokratisch und verschärft die Gegensätze zwischen Arm und Reich
- Literaturhinweise:
o Netzwerk der Macht – Bertelsmann (Jens Wernicke, Torsten Bultmann (Hg.)
o Bertelsmann – Hinter der Fassade des Medienimperiums (Frank Böckelmann, Hersch Fischler)
o Theorie der Unbildung – Die Irrtümer der Wissensgesellschaft (Konrad Paul Liessmann)
- Hinweis von Herrn Kastl:
o Bedrohlich für Lehrerberuf: Ersetzung von Fachlickeit und Professionalität durch Kennziffern, die von „Oben“ vorgegeben werden
o Demokratie geht dabei verloren…
- Hinweis von Frau Stinkes:
o Verbesserungsschleife beeinflusst das Selbst; Man muss sich immer verbessern / perfektionieren
o Gefährlich daran: viele Lehrer haben die „Lehre“ von Bertelsmann schon verinnerlicht (permanent verbessern / sich kontrollieren) –> es braucht Bertelsmann gar nicht mehr dazu