Archiv für 25. November 2009

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Vortrag von Herrn Hoffmann über Bertelsmann AG

- Centrum für Hochschulentwicklung CHE (Gründung 1994)
o Getragen durch Bertelsmann-Stiftung + Hochschulrektorenkonferenz
o Hauptzielsetzung: Umstrukturierung der deutschen Hochschulen zu Dienstleistungsunternehmen, die:
 Im Wettbewerb ihre Leistungsfähigkeit entwickeln
 Wirtschaftlich den Einsatz ihrer Ressourcen gestalten (Wirtschaftlichkeit)
 Teilhaben an der internationalen Wissenschaftsentwicklung
 Virtuell die Chancen neuer Medien nutzen
 Profiliert ihre eigene Identität finden (Profilbildung)
 Autonom ihre Ressourcen, Personal und Organisation entwickeln um
 Ihre Aufgaben in Forschung, Lehre und Weiterentwicklung zu erfüllen
o Einführung von Studiengebühren: der Studierende als zahlender Kunde, (Aus)-Bildung als Produkt/Ware  Unternehmungskultur
o Regelmäßige Evaluation und Erstellung eines bundesweiten Hochschul-Rankings (zunächst im Stern, seit 2006 in der ZEIT veröffentlicht) (Kriterien: Verkehrsanbindung, Ausstattung Möbel, … sehr verschiedene Sachen…)
o Beratung von Ministerien und Hochschulen
- Prof. Dr. Detlef Müller-Böling
o Programm (2000): „Die entfesselte Hochschule“
o 1981 Professor für empirische Wirtschafts- und Sozialforschung in Dortmund
o 1990-1994 Rektor
o 1994-2008 Leiter der CHE
o Seit 2008 Hauptgesellschafter der CHE Consulting GMBH
- Prof. Dr. Peter Frankenberg
o 1986 Professor für Physische Geographie an der Uni Mannheim
o 1994-2001 Rektor der Uni Mannheim
o Seit 2005 Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst in BW
o Gesetz zur Einführung von Studiengebühren: Dez. 2005
o Seit 2009 im Beirat der CHE
- Bertelsmann AG (Verlags- und Medienkonzern mit Sitz in Gütersloh (NRW))
o Größtes Medienunternehmen Europas und siebt größtes Medienunternehmen der Welt
o Ca. 106.00 Mitarbeiter in 63 Ländern
o Ca. 1200 Firmen und Firmenbeteiligungen
o 16,1 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2008
o Nicht börsenorientiert: 76,9% der Aktien gehören der Bertelsmann Stiftung und 23,1% der Familie Mohn (Die Stiftung ist das Unternehmen)
o Das Stimmrecht liegt zu 100% bei der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft und wird ausgeübt von drei Mitgliedern der Familie Mohn und drei gewählten Mitgliedern
o Was macht die Bertelsmann AG?
 Arvato (Dienstleistungsgesellschaft mit Medien- und Kommunikationstechniken; größter Bereich der Bertelsmann AG)
 DirectGroup (Buch- und Onlineclubs; kleinster Bereich)
 G+J (Europas größtes Verlagshaus; z.B. Stern)
 RTL‘‘Group (Radio & Fernsehen; ebenfalls großer Bereich)
 Random House (größte Publikumsverlagsgruppe)
o „Krake Bertelsmann“
 Riesengroße AG mit vielen Teilsparten  gefährlich
o Sehr flexibel in ihrer Grundhaltung; sie können mit jedem (jeder Partei, Gewerkschaften, …)
o Stiftung und AG lassen sich nicht voneinander trennen!
o Reinhard Mohn:
 „Mit der Bertelsmann Stiftung ist mir in 25 Jahren der Nachweis gelungen, dass die Grundsätze unternehmerischer, leistungsorientierter und menschengerechter Gestaltung der Ordnungssysteme in allen Lebensbereichen zur Anwendung gebracht werden können.“
 „Die Übertragung des in der Wirtschaft entwickelten Modells der „Unternehmungskultur“ in andere Lebensbereiche ist möglich.“
o „Du bist Deutschland“-Kampagne kommt ebenfalls von der Bertelsmann AG
- Bertelsmann Stiftung
o Alle großen gesellschaftlichen Lebensbereiche werden abgedeckt
o Arbeitsfelder:
 Arbeits- und Sozialpolitik (Agenda 2010 und Hartz IV)
 Teilprivatisierung der kommunalen Verwaltung („Neues Steuerungsmodell“)
 Bertelsmann Wissenschaftsstiftung (internationale Verständigung)
 Centrum für angewandte Politikforschung
 CHE
 Bildungspolitik
o Landesinstitut für Schulentwicklung
 Am 1. Januar 2005 gegründet
 Prof. Dr. Matthias Rath (PH Ludwigsburg) im Vorstand
• Biographische Daten finden sich auf seiner Homepage
• Interessenkonflikt (Konzerninteressen vs. Öffentliche Ämter, die er inne hat)
- Qulitätsmanagement
o Landeshochschulgesetz (1. Januar 2005)
 § 5 Evaluation
 $ 16 Vorstand
o Grundmodell Qualitätsmanagement-System in Hochschulen (CHE)
 Qualitätsstrategie –> Input –> Qualität Forschung / Lehre –> Ergebnisqualität –> Wirkungen
o –> PH Leitbildprozess hat genau dieses Grundmodell verinnerlicht!

Was bleibt hängen?

o Mit fast religiösem Eifer verbreitet die Bertelsmann Stiftung die frohe Botschaft des Wettbewerbs- und Kennziffer-Glaubens – und profitiert davon zugleich
o Öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Unis, Krankenhäuser oder Kommunalverwaltungen sollen nach dem Modell des Unternehmens neu organisiert werden.
o Einflussname des Bertelsmann-Konzerns auf unterschiedlichen Ebenen erscheint schwer durchschaubar, ist ihrer Tendenz nach undemokratisch und verschärft die Gegensätze zwischen Arm und Reich

- Literaturhinweise:

o Netzwerk der Macht – Bertelsmann (Jens Wernicke, Torsten Bultmann (Hg.)
o Bertelsmann – Hinter der Fassade des Medienimperiums (Frank Böckelmann, Hersch Fischler)
o Theorie der Unbildung – Die Irrtümer der Wissensgesellschaft (Konrad Paul Liessmann)

- Hinweis von Herrn Kastl:
o Bedrohlich für Lehrerberuf: Ersetzung von Fachlickeit und Professionalität durch Kennziffern, die von „Oben“ vorgegeben werden
o Demokratie geht dabei verloren…

- Hinweis von Frau Stinkes:
o Verbesserungsschleife beeinflusst das Selbst; Man muss sich immer verbessern / perfektionieren
o Gefährlich daran: viele Lehrer haben die „Lehre“ von Bertelsmann schon verinnerlicht (permanent verbessern / sich kontrollieren) –> es braucht Bertelsmann gar nicht mehr dazu

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Protokoll Plenum vom 25.11.2009 um 16:15 Uhr

Protokoll Plenum vom 25.11.2009 um 16:15 Uhr

- Abklärung der Handzeichen
- GEW-Vertreter haben Geschenke mitgebracht (Süßigkeiten)

1. AK3: Hochschulpolitik

- 3 Gruppen wurden gebildet
o Lehrerausbildung
o Bildungspolitik
o Hochschulpolitik allgemein

- Themen werden vorgestellt und zur Diskussion / Abstimmung gestellt:

- Lehrerausbildung:
o Inhalte des Studiums
 Mehr Selbstbestimmung vs. mehr Vorgaben

o Praxisanteil
 Wie soll man den Praxisteil in Zukunft gestalten? (Referendariat abschaffen und mehr Praxis während des Studiums? Längere Praxisphasen? Umstrukturierung der Tagespraktikas?)

 Umstrukturierung Tagespraktika (Diskussion):

• Bei einem Tag in der Woche schwierig in die Praxis richtig einzudringen
• Sichtweise der Schüler: Ist das für Schüler gut?
• Verzahnung von Praxis und Theorie durch TP sinnvoll
• Dozenten sind wichtig und hilfreich während Tagespraktika
• Didaktikum funktioniert auch
• Aufbau des Bezugs zu Schülern nicht möglich während TP
• Bei vielen TP kein Dozent dabei
• Fachrichtungsspezifische TPs auflösen?
• Längere Praxisphasen, aber mit Theorie (z.B. an 2 Tagen der Woche) –> bessere Vernetzung Praxis – Theorie
• Blockpraktika verschieben ins Semester?
• Bezahlte Praktika?
• Verlängerung Praxis –> Verlängerung des Studiums

o Abstimmung über Forderungskatalog betreffend der Lehrerausbildung:
 Punkt 1: Mehrheit dafür
 Punkt 2: Mehrheit dafür
 Punkt 3: Mehrheit dafür
 Punkt 4: Mehrheit dafür
 Punkt 5: Mehrheit dafür
 Punkt 6: Mehrheit dafür
 Punkt „Längere Praxisphasen im Studium“: Mehrheit dagegen / gestrichen
 Punkt „eine Verlängerung des Studiums + Verkürzung des Referendariats“: Mehrheit dagegen / gestrichen
o Abstimmung über Sprüche: Mehrheit dafür

2. Einschub: Wie soll der Streik weiter gehen?

o Herr Fix wird am Donnerstag Abend vorbei kommen gegen 18:00 Uhr, 18:30 Uhr
o Diskussion:
 Wichtig, dass es nach der Demo nicht aufhört / das es keine Pause gibt
 Wen interessierts eigentlich, ob wir am Wochenende da sind?  Freitag abends ausziehen und montags wieder einziehen?
 Wer wäre bereit übers Wochenende da zu bleiben?
 Ist es nicht peinlich, wenn wir nur 3 Tage den Hörsaal besetzen?
 Wir haben in den 3 Tagen sehr viel gemacht und erreicht!
 Muss der Hörsaal unbedingt weiter besetzt werden?
 Wichtig: Wir brauchen einen gescheiten, geschlossenen Abschluss! Hinter dem alle stehen können.
 Dozenten wollen sich weiterhin beteiligen
 Regelmäßige Treffen unter der Woche? Gefahr: Es verläuft sich, es fehlt die Power (keine Plakate mehr, etc.)
 Wir sind Sonderpädagogen und haben unsere besondere Art –> Warum nicht am Wochenende pausieren?
 Beenden mit einem großen Inklusionstag?
 Info: Vollversammlung in Ludwigsburg. Sehr erfolgreich, Aula war voll, haben für Besetzung gestimmt –> Sollten wir dann aufhören?
 Wir haben Forderungen aufgestellt, diese setzen sich nicht von alleine durch!
 Ohne Besetzung keine Außenwirkung / keine Plattform mehr

o Abstimmung: Über den Donnerstag hinaus den Hörsaal besetzen? (evtl. mit Pause am Wochenende) –> Mehrheit dafür (4 Gegenstimmen)

o Diskussion Wochenende:
 nur besetzen, ohne Arbeitsgruppen?
 Wichtig Koordination darf nicht fehlen
 Wer übernachtet von Donnerstag auf Freitag –> genug
 Wer übernachtet von Freitag auf Samstag –> genug
 Wer übernachtet von Samstag auf Sonntag –> genug
 Wer übernachtet von Sonntag auf Montag –> genug
 Es muss jederzeit jemand im Hörsaal sein –> Absprache durch die Leute, die übernachten
 Joschi wird die Koordination übernehmen
 Abstimmung über Wochenende erübrigt sich, wir machen weiter!

o Abstimmung: Treffen wir uns morgen nach der Demo um 16 Uhr im Hörsaal? (Plenum wies weitergeht) –> Mehrheit dafür
o Abstimmung: Wann treffen wir uns wieder am Montag? Vorschlag:

3. AK2: Demo

- Schulen haben sich nicht zurückgemeldet
- Kommt in schwarz!
- Gute Stimmung mitbringen!
- Redner sind bestimmt: 1 Redner über Hochschulwesen, 3 Redner über Schulwesen, 1 Redner der GEW
- Wegen Vorlesung: Wenn keiner da ist, dann findet die Vorlesung auch nicht statt!
- Es kommen wohl einige Studierende aus Ludwigsburg
- Kommentar von Herrn Fix: Wenn ein Dozent seinen Studenten nicht erlaubt, auf die Demo zu gehen, dann wird er bei ihm gemeldet.

4. AK3: Hochschulpolitik (Fortsetzung)

- Bildungspolitik:
o Abstimmung: Forderungskatalog Bildungspolitik –> Mehrheit dafür

- Hochschulpolitik:
o Themen werden vorgestellt und diskutiert:
 Standortfrage an der Demo diskutieren? Eher unpassend?

(kurze Pause bis 18:00 Uhr)

5. Infos

- Herr Käppler bietet sich an, sich am Freitag um 19 Uhr mit Studierenden auseinander zusetzen, wie es weiter gehen soll.
- Grünen-Abgeordnete für Reutlingen für den Bundestag Frau Müller-Gemmeke möchte bei der Demo mitmachen

6. AK 3: Hochschulpolitik (Fortsetzung 2)

o Diskussion:
 Einzelne Punkte wurden kontrovers diskutiert…

o Abstimmung: Was soll in den Forderungskatalog?
 UN-Konvention –> Mehrheit DAFÜR
 Standortfrage –> Mehrheit DAGEGEN
 Kooperative Zusammenarbeit bei der Neustrukturierung der Lehrämter –> Mehrheit DAFÜR
 Eine gesetzlich verankerte paritätische Besetzung aller Hochschulgremien –> Mehrheit DAFÜR
• Letzten Unterpunkt streichen? –> Mehrheit DAFÜR
 Die Einführung einer verfassten Studierendenschaft auch in BW –> Mehrheit DAFÜR
• Unterpunkt „basisdemokratisch“ wird hinzugefügt –> Mehrheit DAFÜR
 Die Transparenz der Mittelvergabe –> Mehrheit DAFÜR
 Keine Eingliederung des Lehramtsstudiums in den Bolognaprozess –> Mehrheit DAFÜR
• Einige Änderung wurden unter Zustimmung getroffen
o Zwei weitere Punkte werden unter Zustimmung auf nächste Woche verschoben („Hochschulrat“ und „Mehr Mitbestimmung bei der Vergabe von Studiengebühren“)

7. AK2: Demo (Fortsetzung)

- Bollerwagen ist gesucht (für die Anlage)
- Trompete ist gesucht
o Man kann an der PH Instrumente ausleihen –> Frau Braun

8. Infos

- Im Carree ist heute Bad-Taste-Party –> Für die Demo werben!
- SWR-Fernsehen kommt zur Demo
- Tafeln der FH werden morgen mit Werbung für die Demo beschriftet –> Treffpunkt steht morgen im Hörsaal




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